Diejenigen, die mehr Hilfe benötigen, werden von der gesetzlichen Pflegeversicherung in eine höhere Pflegestufe eingeordnet, womit ihnen eine höhere Leistung zu steht. In der Pflegestufe I erhält er 420 Euro. Dafür muss der Betroffene allerdings mindestens 90 Minuten am Tag auf Hilfe angewiesen sein, um etwa den Haushalt zu verrichten. Außerdem muss er sich zum Beispiel nicht mehr selbstständig waschen und Ausziehen können. Das bedeutet nicht selten, dass der Bedürftige im Monat 1000 Euro draufzahlen muss.
Mit einer Private Pflegeversicherung kann der Versicherungsnehmer die ambulanten Pflegekosten versichern, die die gesetzliche Pflegeversicherung nicht übernimmt. Sie bezuschusst Hilfsmittel, Transporte und teilstationäre Pflegekosten. Da der Versicherte bei der Pflegekostenversicherung nicht selbst über die Mittel verfügen kann und sie nur für einen Teil der Kosten aufkommt, ist sie eher zweite Wahl.
Mit einer privaten Pflegetagegeldversicherung kann der Versicherungsnehmer selbst nach eigenen Belangen darüber entscheiden, wie er das Pflegegeld einsetzt. Jedoch sollte diese Krankenzusatzversicherung bereits in jüngeren Jahren vereinbart werden, um die Beiträge niedrig zu halten.
Die Pflegetagegeldversicherung lohnt sich zu dem nur, wenn der Nehmer sich sicher ist, dass er die Beiträge auch ein Leben lang zahlen kann. Sollten er wegen eines finanziellen Engpasses die Police kündigen müssen, verliert er die bereits eingezahlte Beitragssumme komplett. Bei einer Private Pflegeversicherung kommt es vor allem darauf an, dass sie gerade in Pflegestufe I und II besonders leistungsstark ist. Der Grund: Ein Großteil der Pflegefälle befindet sich am Längsten in diesen Pflegestufen. Dazu ist gerade eine ambulante Versorgung aufwendiger als eine Unterbringung in einem Pflegeheim. Bevor der Kunde einen Vertrag unterschreibt, sollte er sich die Klauseln genau durchlesen und am besten mit Angeboten anderer Versicherer vergleichen.
Sinnvoll ist es, eine Versicherung zu wählen, die im Leistungsfall auf Beitragszahlungen verzichtet, da diese zu den Mehrausgaben für die Pflege die finanziellen Mittel einschränken. Ein Inflationsausgleich, der in regelmäßig die Versicherungssumme um einen bestimmten Prozentsatz anhebt, ist ebenfalls sinnvoll. Zumal eine Pflegegeldversicherung in der Regel eine besonders lange Laufzeit hat.
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